Wer sein Leben liebt ...
(Der mißglückte Zoobesuch)

Monolog im »Besonderen Gottesdienst« am 18. Juni 2000

Personen:

Eine Frau
 

Wo habe ich denn bloß meine Thermosflasche? Das ist mal wieder typisch. Wenn man was braucht, ist es nicht da.

(Es klingelt)

Nanu, wer klingelt denn jetzt noch? Ich will doch los zum Bahnhof, weil ich zum Zoo fahren will.

(geht beim Reden zur Tür)

Ach, Frau Meier. Das ist ja wirklich schlimm. Ist das beim Bügeln passiert? Ja, ich suche schnell mal die Brandsalbe. Ich glaube, ich habe noch welche.

(holt Salbe und bringt sie an die Tür)

So, nun muss ich aber wirklich die Thermosflasche suchen. Im Zoo ist alles so teuer, da nehme ich mir besser selber was zum Trinken mit. Wenn ich sie nicht gleich finde, nehme ich wohl eine Flasche Wasser mit.

(Telefon klingelt)

Jetzt klingelt auch noch das Telefon. Ja Martens hier. Ach du bist es, Tante Irmtraud. Bist du denn wieder zurück aus dem Krankenhaus? Ich hatte eigentlich vor, dich morgen zu besuchen. Das ist ja schön, dass du alles überstanden hast. Die haben dir keine Tabletten mitgegeben sondern ein Rezept? Klar, du kannst jetzt nicht zur Apotheke fahren. - Hm, heute Abend musst du schon eine einnehmen. Weißt du was? Ich komme heute am späten Nachmittag vorbei, wenn ich aus Hannover zurück bin. Jaja, in den Zoo. Da soll es ein neugeborenes Nilpferd geben. Ich kann ja ein Foto für dich machen. Gut dann bis heute Abend.

Arme Tante Irmtraud. Dann komme ich halt eher zurück. Ist ja nicht so schlimm.

Aber dann muss ich mich ranhalten, dass ich endlich loskomme.

(Es klingelt)

Wer klingelt denn jetzt schon wieder!

(geht zur Tür)

Frau Schulze, was ist denn passiert, sie sind ja ganz aufgelöst. Mein Auto? Doch ja, das ist steht in der Garage. Warum? Was ist denn mit Martin? Das ist ja wirklich schlimm! Wie konnte er denn so einen großen Splitter ins Bein bekommen? Na, ist ja auch egal. Eigentlich wollte ich ja wegfahren. Aber wenn sie schon drei Leute gefragt haben und die alle keine Zeit haben... hm. In den Zoo kann ich eigentlich nächstes Wochenende auch noch fahren. Na klar, Frau Schulze, ich fahre Sie und Martin ins Krankenhaus. Und wenn Sie wirklich mit dem Kind dableiben müssen, kann ich auch auf Julia aufpassen.

Gut, dass ich noch nicht losgegangen bin. Was wäre sonst mit Frau Meier, Tante Irmtraud und Frau Schulze geworden!